Pflegetipps Kiwi selbstfruchtend Actinidia chinensis Jenny®
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Willkommen im Kiwi-Garten: Die perfekte Pflege für Ihre selbstfruchtende 'Jenny'
Herzlichen Glückwunsch zu Ihrer Wahl! Die selbstfruchtende Kiwi 'Actinidia chinensis Jenny®' ist ein echtes Juwel für jeden Hobbygärtner. Sie erspart Ihnen die Notwendigkeit einer männlichen Befruchterpflanze und belohnt Sie bei richtiger Pflege mit köstlichen, vitaminreichen Früchten. Während 'Jenny' als relativ pflegeleicht gilt, ist die Beachtung einiger Schlüsselpunkte – insbesondere beim Schnitt – entscheidend für eine reiche Ernte. Lassen Sie uns ins Detail gehen, damit Ihre Kiwi optimal gedeihen kann.
Standort und Rankhilfe: Das Fundament für den Erfolg
Die Kiwi ist eine Kletterpflanze, die Sonne und Wärme liebt. Der richtige Standort ist daher das A und O:
- Sonnenschein: Wählen Sie einen vollsonnigen Platz. Ideal ist eine Südlage oder eine geschützte Westwand, die viel Wärme speichert.
- Windschutz: Kiwis sind empfindlich gegenüber kalten, austrocknenden Winden, besonders im Frühjahr. Ein geschützter Standort, beispielsweise vor einer Mauer oder Hecke, ist essenziell.
- Bodenbeschaffenheit: Der Boden sollte tiefgründig, humusreich und vor allem gut durchlässig sein. Kiwis vertragen keine Staunässe. Achten Sie darauf, den Boden leicht sauer zu halten (pH-Wert zwischen 5,5 und 6,5).
- Die Rankhilfe: Da 'Jenny' starkwüchsig ist, benötigt sie sofort nach dem Einpflanzen eine stabile Kletterstruktur. Ein Spalier, eine Pergola oder ein T-förmiges Drahtsystem (ähnlich wie im professionellen Weinbau) sind ideal, um die Triebe horizontal zu führen und so die Fruchtbildung zu maximieren.
Gießen: Die Wasserschlürferin im Sommer
Die Kiwi benötigt, besonders während der Wachstums- und Fruchtentwicklungsphase im Sommer, viel Wasser. Ihre großen Blätter verdunsten eine erhebliche Menge Feuchtigkeit:
- Regelmäßigkeit: Halten Sie den Boden stets gleichmäßig feucht, aber vermeiden Sie Staunässe. Trockenheit führt schnell zum Abwurf der Blüten und Früchte.
- Tiefes Wässern: Gießen Sie lieber seltener, dafür aber durchdringend. Dies fördert die Entwicklung tieferer Wurzeln.
- Mulchen: Eine dicke Schicht Mulch (Rindenmulch oder Kompost) um die Basis der Pflanze hilft, die Bodenfeuchtigkeit zu konservieren und schützt die flachen Wurzeln vor Überhitzung.
Düngung: Kraftfutter für die Fruchtbildung
Kiwis sind Starkzehrer und benötigen ausreichend Nährstoffe, um die großen Früchte auszubilden. Achten Sie auf eine ausgewogene Versorgung mit Stickstoff, Phosphor und Kalium:
- Frühjahrsdüngung (April/Mai): Geben Sie zu Beginn der Wachstumsperiode einen organischen Volldünger, Hornspäne oder reifen Kompost. Stickstoff ist jetzt wichtig für das Triebwachstum.
- Sommerdüngung (Juni/Juli): Eine zweite, kaliumbetonte Düngergabe ist wichtig. Kalium fördert die Fruchtqualität, den Geschmack und die Winterhärte. Spezielle Beerendünger oder Obstdünger eignen sich hier hervorragend.
- Achtung: Stellen Sie die Düngung ab August ein, damit die Triebe vor dem Winter ausreifen können.
Der Schnitt: Der Schlüssel zur reichen Ernte
Der Schnitt ist der wichtigste und oft vernachlässigte Aspekt der Kiwi-Pflege. Kiwis fruchten nur am zweijährigen Holz, das aus dem Vorjahr stammt.
1. Der Winterschnitt (Erziehungsschnitt)
Dieser Hauptschnitt erfolgt in der Ruhephase, idealerweise im Januar oder Februar. Wichtig: Schneiden Sie, bevor der Saftfluss einsetzt, da Kiwis sonst stark "bluten" und die Pflanze schwächen.
- Ziel: Erhaltung der Grundstruktur und Entfernung von altem, unfruchtbarem Holz.
- Vorgehen: Entfernen Sie alle Triebe, die älter als drei Jahre sind. Lassen Sie die Haupttriebe (die sogenannten "Kordons") stehen und kürzen Sie die Seitentriebe (Fruchtholz), die im letzten Jahr Früchte getragen haben, auf 2 bis 3 Augen zurück.
- Erziehung: Führen Sie neue, kräftige Triebe an der Rankhilfe entlang, um sie als Fruchtholz für das nächste Jahr zu etablieren.
2. Der Sommerschnitt (Grünschnitt)
Dieser Schnitt erfolgt im Juni oder Juli und dient der Belichtung und der Konzentration der Energie auf die Früchte.
- Ziel: Licht und Luft in die Krone bringen und das Wachstum bremsen.
- Vorgehen: Kürzen Sie alle langen, neuen Triebe, die keine Früchte tragen, radikal ein. Bei den fruchttragenden Trieben schneiden Sie etwa 4 bis 6 Blätter hinter der letzten Frucht ab.
- Vorteil: Durch den Sommerschnitt wird die Pflanze angeregt, die Nährstoffe in die Früchte statt in unnötiges Blattwerk zu stecken.
Überwinterung: Schutz für junge Pflanzen
Die Sorte 'Jenny' ist relativ frosthart, aber junge Pflanzen sind in den ersten Jahren noch anfällig für starke Fröste:
- Wurzelschutz: Bedecken Sie den Wurzelbereich im Spätherbst großzügig mit einer dicken Schicht Laub, Stroh oder Kompost. Dies schützt die flach verlaufenden Wurzeln.
- Stammschutz: Bei sehr jungen Kiwis kann es sinnvoll sein, den Stamm in den ersten Wintern mit Vlies oder Jute zu umwickeln.
- Kübelpflanzen: Kiwis im Kübel müssen frostfrei, aber kühl überwintert werden (z.B. in einer ungeheizten Garage oder einem Kaltgewächshaus).