Pflegetipps Weinrebe Lakemont® kernlos

Die königliche Pflege für Ihre Weinrebe 'Lakemont® kernlos'

Herzlichen Glückwunsch zu Ihrer Wahl! Mit der kernlosen Weinrebe 'Lakemont®' haben Sie sich für eine robuste und ertragreiche Sorte entschieden, die mit der richtigen Pflege jedes Jahr aufs Neue süße, knackige Trauben liefert. Als erfahrener Gärtner weiß ich: Der Schlüssel zum Erfolg liegt nicht nur im Standort, sondern vor allem im Schnitt und der Nährstoffversorgung. Lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass Ihre 'Lakemont®' prächtig gedeiht.

Standort und Einpflanzen: Die Basis für reiche Ernte

Weinreben sind Sonnenanbeter. Um die nötige Süße und Reife zu entwickeln, benötigt Ihre 'Lakemont®' einen Standort in voller Sonne – idealerweise mit mindestens sechs bis acht Stunden direkter Sonneneinstrahlung täglich. Ein geschützter Platz, beispielsweise an einer warmen Südwand oder auf einer Pergola, ist optimal.

Der Boden muss tiefgründig und vor allem sehr gut drainiert sein. Staunässe ist der größte Feind der Weinrebe und führt schnell zu Wurzelfäule. Lockern Sie den Boden vor dem Einpflanzen tiefgründig auf und mischen Sie bei schweren Böden Sand oder Kies unter. Pflanzen Sie die Rebe leicht schräg ein und achten Sie darauf, dass die Veredelungsstelle (falls vorhanden) etwa 5 cm über der Erdoberfläche liegt.

Wichtig: Sorgen Sie von Anfang an für eine stabile Rankhilfe (Spalier, Drahtrahmen oder Pergola), da die Rebe schnell wächst und Halt benötigt.

Bewässerung: Tief, aber nicht zu oft

Junge Weinreben benötigen in den ersten zwei Jahren eine regelmäßige Wasserzufuhr, um ein starkes Wurzelsystem aufzubauen. Gießen Sie hierbei lieber seltener, dafür aber tiefgründig, damit das Wasser auch die tieferen Wurzeln erreicht.

Etablierte 'Lakemont®'-Reben sind erstaunlich trockenheitstolerant. Im Freiland müssen Sie nur in extrem trockenen Sommern zusätzlich gießen. Achten Sie besonders auf die Zeit der Fruchtentwicklung (nach der Blüte). Sobald die Beeren anfangen, ihre Farbe zu wechseln (Véraison), sollten Sie die Wassergaben stark reduzieren oder ganz einstellen. Dies ist entscheidend, um den Zuckergehalt in den Trauben zu konzentrieren und das Aroma zu verbessern.

Düngung: Weniger ist oft mehr

Weinreben sind keine Starkzehrer, und zu viel Stickstoff (N) führt zu übermäßigem Blattwachstum ("Geilwuchs") auf Kosten der Fruchtqualität und der Winterhärte. Der Fokus sollte auf Kalium (K) und Phosphor (P) liegen, welche die Reifung und die Holzbildung fördern.

  • Frühjahr (Austrieb): Geben Sie eine moderate Menge organischen Langzeitdünger (z.B. Kompost oder speziellen Beerendünger) in den Wurzelbereich.
  • Frühsommer (nach der Blüte): Eine zweite, leichte Düngergabe mit Fokus auf Kalium kann die Fruchtqualität unterstützen.
  • Ab Juli: Stellen Sie die Düngung komplett ein. Die Rebe muss nun ihr Holz ausreifen, um gut über den Winter zu kommen.

Der Schnitt: Der Schlüssel zur Ernte

Der Schnitt ist die wichtigste Pflegemaßnahme bei Weinreben. Ohne konsequenten Schnitt verholzt die Rebe, der Ertrag sinkt und die Traubenqualität leidet. Die 'Lakemont®' trägt ihre Früchte an den Trieben, die im aktuellen Jahr aus dem letztjährigen Holz (einjähriges Holz) wachsen.

1. Der Winterschnitt (Hauptschnitt – Januar bis Mitte Februar)

Dieser radikale Schnitt ist notwendig, solange die Rebe noch im Saftruhe ist. Sie entfernen hierbei 80 bis 90 Prozent des letztjährigen Zuwachses. Ziel ist es, die Rebe auf wenige, starke Triebe zu reduzieren, um die Kraft auf die Fruchtansätze zu konzentrieren.

  • Erziehungsschnitt: Reduzieren Sie die Haupttriebe (Ruten) auf 2 bis 4 Augen (Knospen). Dies ist die gängige Methode für Spaliererziehung (Kordon- oder Zapfenschnitt).
  • Altes Holz entfernen: Schneiden Sie alle Triebe, die im Vorjahr Früchte getragen haben, bis auf einen kurzen Zapfen (2 Augen) zurück.
  • Kranke und schwache Triebe: Entfernen Sie alle dünnen, kranken oder nach innen wachsenden Triebe vollständig.

2. Der Sommerschnitt (Grünschnitt – Mai bis August)

Der Sommerschnitt dient der Belüftung, der Lichtversorgung der Trauben und der Eindämmung des starken Wachstums.

  • Ausgeizen: Entfernen Sie die sogenannten "Geiztriebe" (kleine Seitentriebe, die in den Blattachseln entstehen). Diese nehmen nur unnötig Kraft.
  • Triebspitzen kappen: Sobald die Haupttriebe ihre gewünschte Länge erreicht haben (etwa 50 cm über dem letzten Fruchtansatz), kappen Sie die Spitzen. Dies lenkt die Energie in die Trauben.
  • Entblättern: Entfernen Sie im Hochsommer, kurz vor der Reife, einige Blätter um die Traubenzone herum. Dies verbessert die Luftzirkulation, beugt Pilzkrankheiten vor und sorgt dafür, dass die Sonne die Trauben besser erreicht – essenziell für die Süße der 'Lakemont®'.

Fruchtpflege: Für perfekte, kernlose Beeren

Da 'Lakemont®' sehr ertragreich ist, neigt sie dazu, zu viele Trauben anzusetzen. Wenn Sie eine hohe Qualität und große Beeren wünschen, müssen Sie die Fruchtansätze ausdünnen (Traubenausdünnung). Entfernen Sie im Frühsommer die kleineren und ungünstig platzierten Traubenbüschel, sodass nur etwa ein bis zwei Trauben pro Trieb verbleiben. Dies stellt sicher, dass die verbleibenden Trauben optimal versorgt werden und ihre volle Größe erreichen.

Zurück zum Blog