Kategorie: Bodendecker

"Schnell geschlossen" heißt bei einem Bodendecker meist mehrere Jahre

Bodendecker werden gekauft, damit eine Fläche zuwächst und kein Unkraut mehr durchkommt. Genau das dauert aber länger, als die meisten erwarten – und wer aus Ungeduld zu weit auseinander pflanzt, hat jahrelang offene Lücken statt einer geschlossenen Fläche. Die Wahl der Sorte entscheidet dabei weniger als der Pflanzabstand.

Immergrün für Schatten und Halbschatten

Das Immergrün Vinca minor blüht blau und bildet dichte, kriechende Matten im Schatten, auch unter Bäumen, wo Rasen meist schütter bleibt. Die Teppichmispel Cotoneaster dammeri 'Radicans' und die noch flachere Zwergmispel 'Streibs Findling' wachsen flach über den Boden und vertragen Sonne bis Halbschatten. Die immergrüne Kriechspindel 'Gaiety' wächst kriechend bis leicht kletternd und kommt sowohl mit Sonne als auch mit Halbschatten zurecht – eine flexible Wahl, wenn sich die Lichtverhältnisse auf der Fläche unterscheiden.

Für sauren Boden

Die Preiselbeere Vaccinium vitis-idaea und die immergrüne Scheinbeere Gaultheria procumbens bleiben niedrig, sind immergrün und tragen auffällige rote Beeren bis in den Winter. Beide brauchen sauren, humosen Boden – sie passen also unter Rhododendron und Heidepflanzen, nicht auf Kalkboden.

Kirschlorbeer als Fläche statt als Hecke

Der Kirschlorbeer 'Mount Vernon' wächst nicht wie die Heckensorten in die Höhe, sondern breitet sich niedrig und horizontal aus. Für Flächen, auf denen sonst eine Hecke stehen würde, aber kein Sichtschutz gebraucht wird, ist das die pflegeärmere Wahl – der Schnittaufwand fällt fast komplett weg, und die Fläche bleibt ganzjährig grün, weil die Sorte wie der übrige Kirschlorbeer immergrün ist.

Praxiswissen: Der Pflanzabstand entscheidet über die Wartezeit

Als Faustregel gilt: Der Pflanzabstand sollte etwa dem späteren Wuchsdurchmesser der Sorte entsprechen. Wer weiter setzt, wartet Jahre auf eine geschlossene Fläche und kämpft in der Zwischenzeit mit Unkraut in den Lücken. Wer enger setzt, verdrängen sich die Pflanzen gegenseitig, bevor sie ausgewachsen sind, und der Vorteil der dichten Fläche geht verloren. Bis zum vollständigen Schluss der Fläche hilft eine Mulchschicht zwischen den jungen Pflanzen, damit in der Übergangszeit kein Unkraut durchkommt. Gerade bei den sauer-liebenden Sorten wie Preiselbeere und Scheinbeere lohnt es sich, gleich beim Pflanzen humusreiche, kalkfreie Erde einzuarbeiten – ein nachträgliches Ansäuern des Bodens gelingt kaum zuverlässig.

Alle Pflanzen stammen aus dem Anbaugebiet Ostfriesland. Wenn du unsicher bist, wie viele Pflanzen deine Fläche braucht, schreib uns kurz die Maße – wir beraten seit über 50 Jahren zu genau diesen Fragen.