Kategorie: Bonsai

Bonsai ist Gefäßkultur, kein kleiner Gartenstrauch

Ein Bonsai unterscheidet sich von einem Formgehölz im Beet vor allem dadurch, dass er dauerhaft im Gefäß bleibt. Das ist keine Formsache, sondern eine andere Pflanzweise: begrenztes Wurzelvolumen, wiederkehrender Rückschnitt von Wurzeln und Krone, und ein Substrat, das anders eingestellt ist als normale Pflanzerde. Wer einen Bonsai wie ein normales Kübelgehölz behandelt, wundert sich nach ein bis zwei Jahren über schwachen Austrieb.

Ilex crenata als Groß-Bonsai: zwei Kronenformen

Die japanische Hülse 'Glorie Gem' steht als Groß-Bonsai in zwei Ausführungen bereit: mit flachem Teller als Untersetzer für die klassische Präsentation, oder in Wolkenform, bei der die Krone in einzelne, abgerundete Polster – die "Wolken" – aufgeteilt und entsprechend freigeschnitten ist. Beide Formen zeigen dasselbe kleinblättrige, dichte Laub, das Ilex crenata zu einem beliebten Bonsai-Gehölz macht.

Kiefern als klassisches Bonsai-Material

Die japanische Mädchenkiefer (Pinus parviflora) und ihre Sorte 'Negishi' zählen zu den traditionellen Bonsai-Gehölzen überhaupt – ihre kurzen Nadeln und die Fähigkeit, sich über Jahre in Form zu halten, machen sie dafür besonders geeignet. 'Negishi' bildet dabei besonders dichte, kompakte Nadelbüschel und wird deshalb gern für kleinere Kronenformen gewählt.

Eibe als Groß-Bonsai

Die Eibe (Taxus) hat für die Bonsai-Kultur einen praktischen Vorteil: Sie treibt, anders als fast alle anderen Nadelgehölze, auch aus alten, kahlen Ästen wieder aus. Ein zu radikaler Korrekturschnitt, der bei den meisten Nadelgehölzen dauerhafte Lücken hinterlässt, lässt sich bei der Eibe wieder ausgleichen – ein Sicherheitsnetz, das gerade beim Erlernen der Schnitttechnik viel wert ist.

Praxiswissen: Der Topf setzt den Wurzelballen dem Frost von allen Seiten aus

Im Freiland schützt der umgebende Boden die Wurzeln vor Frost. Im Bonsai-Gefäß ist der Ballen dagegen von allen Seiten der Kälte ausgesetzt, nicht nur von oben. Winterharte Bonsai wie Ilex crenata, Kiefer und Eibe brauchen deshalb trotzdem einen frostgeschützten Platz – dicht an der Hauswand, auf einer isolierenden Unterlage und mit Vlies um das Gefäß. Gegossen wird an frostfreien Tagen weiter, denn das kleine Erdvolumen trocknet auch im Winter aus. Und weil das Substrat begrenzt ist, braucht ein Groß-Bonsai alle paar Jahre einen Wurzelschnitt beim Umtopfen – ohne den verdichtet sich der Ballen mit der Zeit und die Pflanze versorgt sich zunehmend schlechter.

Alle Pflanzen stammen aus dem Anbaugebiet Ostfriesland. Wenn du unsicher bist, welcher Bonsai zu deinem Standort passt, schreib uns kurz – wir beraten seit über 50 Jahren zu genau diesen Fragen.