Kategorie: Bienenfreundliche Sträucher

Ein Garten kann in wenigen Jahren zum verlässlichen Nahrungsangebot für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge werden. Entscheidend sind zwei Dinge: ungefüllte Blüten und ein durchgehender Blühkalender.

Warum ungefüllt entscheidend ist

Bei gefüllten Blüten sind die Staubblätter zu zusätzlichen Blütenblättern umgebildet. Die Blüte sieht üppiger aus und ist für Insekten wertlos — es gibt weder Pollen noch erreichbaren Nektar. Eine gefüllt blühende Rose ist Zierde, keine Nahrung. Achten Sie beim Kauf auf offene Blüten, in deren Mitte die Staubgefäße sichtbar sind.

Die Lücke liegt im Hochsommer

Im April und Mai blüht fast jeder Garten. Kritisch wird es ab Ende Juni, wenn Obstblüte und Frühjahrsstauden durch sind — genau dann brauchen die Völker am meisten. Wer diese Lücke schließt, hilft mehr als mit zehn Frühblühern.

  • Schmetterlingsstrauch (Buddleja) — Juli bis September, außerordentlich nektarreich und der zuverlässigste Falteranflug überhaupt. Ein ehrlicher Hinweis: Buddleja liefert Nektar, aber keine Raupenfutterpflanze. Er ergänzt einen insektenfreundlichen Garten, ersetzt heimische Arten aber nicht. Die kompakten Buzz-Sorten bleiben unter 1,50 m und eignen sich auch für den Kübel.
  • Lavendel — Juni bis August, magnetisch für Bienen und Hummeln, will vollsonnig und durchlässig stehen. Staunässe verträgt er nicht.
  • Ginster — Mai bis Juni, schließt die Lücke zwischen Obstblüte und Sommerflor, kommt mit magerem, trockenem Boden zurecht.

Standort und Pflege

Insekten fliegen bevorzugt windgeschützte, sonnenwarme Stellen an. Eine Pflanzung an der Südseite einer Hecke wird deutlich besser angenommen als dieselbe Pflanzung auf freier, zugiger Fläche. Setzen Sie eine Art lieber in Gruppen von drei bis fünf Pflanzen statt einzeln verteilt — das spart den Tieren Anflugwege und erhöht den Ertrag pro Ausflug.

Beim Schnitt gilt: Schmetterlingsstrauch wird im Frühjahr kräftig zurückgenommen, er blüht am diesjährigen Holz. Verblühtes im Sommer auszuschneiden verlängert die Blütezeit um Wochen. Lavendel wird nach der Blüte um etwa ein Drittel eingekürzt, aber nie ins alte Holz.

Und der wirksamste Beitrag kostet gar nichts: keine Insektizide, auch keine als „bienenfreundlich" beworbenen. Blattläuse an Sträuchern verschwinden von selbst, sobald Marienkäfer und Schwebfliegen da sind.