Kategorie: Grabbepflanzung

Ein Grab soll gepflegt aussehen, ohne dass jede Woche jemand danach schauen muss. Das gelingt am ehesten mit einer dauerhaften Rahmenbepflanzung aus kleinbleibenden, immergrünen Gehölzen, die nur ein- bis zweimal im Jahr in Form gebracht wird. Dazwischen bleibt Platz für Wechselflor zu den Jahreszeiten.

Worauf es bei Grabpflanzen ankommt

Entscheidend ist nicht die Höhe beim Kauf, sondern die Endgröße. Ein Gehölz, das nach fünf Jahren zwei Meter misst, sprengt jede Grabstätte. Für ein Reihengrab sind Pflanzen sinnvoll, die bei 40 bis 80 Zentimetern bleiben oder sich durch einen jährlichen Schnitt mühelos dort halten lassen. Kugelformen sind dafür ideal: Sie wachsen von Natur aus kompakt und brauchen kaum Korrektur.

Der zweite Punkt ist Immergrün. Ein Grab, das von November bis April kahl dasteht, wirkt vernachlässigt, auch wenn es das nicht ist. Buchsbaum war dafür jahrzehntelang die Standardlösung — durch Buchsbaumzünsler und Triebsterben ist er das nicht mehr. Als Ersatz haben sich japanische Hülsen (Ilex crenata) durchgesetzt: gleiches Blattbild, gleiche Schnittverträglichkeit, aber vom Zünsler unbehelligt.

Sonniges oder schattiges Grab?

Grabfelder unter alten Bäumen sind schattig und wurzeldurchzogen — dort konkurrieren die Pflanzen um Wasser. Robuste Wahl für solche Lagen sind Zwerg-Rhododendron und der immergrüne Kissenschneeball. Auf offenen, vollsonnigen Feldern trocknet die Fläche im Sommer schnell aus; hier sind Zwergkiefer und Kugel-Lebensbaum die zuverlässigeren Kandidaten, weil sie mit Trockenheit besser zurechtkommen.

Pflanzabstand und Pflanzzeit

Rechnen Sie mit drei bis fünf Pflanzen pro Quadratmeter, je nach Endgröße. Enger gesetzt sieht es im ersten Jahr voller aus, später stehen sich die Pflanzen im Weg.

Die beste Pflanzzeit ist der Herbst: Der Boden ist noch warm, die Pflanzen wurzeln bis zum Winter an und stehen im Frühjahr sofort im Saft. Containerware lässt sich ganzjährig setzen, solange der Boden frostfrei ist — im Hochsommer gepflanzt braucht sie allerdings mehrere Wochen regelmäßiges Gießen.

Was Sie sich sparen können

Bodendecker, die sich über Ausläufer ausbreiten, wandern auf Nachbargräber und machen mehr Arbeit, als sie ersparen. Und Pflanzen mit weichem, saftigem Trieb — etwa viele Stauden — sehen nach dem ersten Frost unschön aus. Bei einer Grabbepflanzung zahlt sich Zurückhaltung aus: wenige, gut gewählte Gehölze halten Jahrzehnte.