Kategorie: Kirschlorbeer
Kirschlorbeer ist die meistgepflanzte Heckenpflanze Deutschlands – und die, bei der am häufigsten die falsche Sorte im Wagen landet. Denn „Kirschlorbeer" ist kein einzelnes Gehölz, sondern eine Gruppe sehr unterschiedlicher Sorten. Die eine wird drei Meter hoch und säulenschmal, die andere bleibt knietief und wächst in die Breite. Wer das vorher weiß, spart sich Jahre des Nachschneidens.
Welche Sorte passt zu deinem Vorhaben?
Schmale Hecke bei wenig Platz: 'Genolia'
Wächst von Natur aus säulenförmig und schlank. Genau deshalb die richtige Wahl, wenn die Hecke an einer Grundstücksgrenze steht und nicht in den Weg wachsen darf. Erreicht rund drei Meter Höhe, kommt mit voller Sonne ebenso zurecht wie mit Halbschatten – und braucht deutlich weniger Schnitt als breitwüchsige Sorten, weil die Form schon von selbst stimmt.
Klassische, dichte Sichtschutzhecke: 'Herbergii'
Kompakt, aufrecht, sehr schnittverträglich. Die Sorte für alle, die eine blickdichte Hecke wollen und bereit sind, sie ein- bis zweimal im Jahr in Form zu bringen. Verzeiht auch kräftigere Rückschnitte.
Robust und pflegearm: 'Ani'
Kompakter Wuchs, ausgesprochen anpassungsfähig beim Standort. Weil sie langsamer treibt als die schnellwüchsigen Sorten, hält sich der Pflegeaufwand in Grenzen – die richtige Wahl, wenn die Hecke stehen und nicht ständig beschäftigen soll.
Kräftiger Austrieb, schneller Sichtschutz: 'Etna'
Treibt kräftig aus und schließt Lücken zügig. Wie alle immergrünen Sorten braucht sie einen windgeschützten Platz – dazu unten mehr.
Flächen begrünen statt Hecke: 'Mount Vernon'
Bleibt niedrig und wächst in die Breite. Kein Heckenkandidat, sondern ein Bodendecker für Hänge, Baumscheiben und Flächen, auf denen sonst nichts wachsen will. Braucht dank des flachen Wuchses kaum Schnitt.
Feineres Laub, formelle Hecken: Portugiesische Lorbeerkirsche
Botanisch genau genommen kein Kirschlorbeer, sondern Prunus lusitanica – eine eigene Art mit deutlich kleineren, feineren Blättern. Extrem schnitttolerant und damit die erste Wahl für streng geschnittene, formale Hecken. Einen Platz wählen, der vor der prallen Mittagssonne des Hochsommers etwas geschützt ist, sonst drohen Blattschäden.
Der Fehler, der die meisten Kirschlorbeerhecken kostet
Kirschlorbeer erfriert selten. Er vertrocknet – und zwar mitten im Winter. Das Laub verdunstet auch bei Frost weiter Wasser, während der gefrorene Boden keinen Nachschub liefert. Fachleute nennen das Frosttrocknis. Die braunen, vertrockneten Blätter im Februar sind fast nie ein Frostschaden, sondern schlicht Durst.
Zwei Konsequenzen für die Praxis: einen windgeschützten Standort wählen, denn Wind beschleunigt die Verdunstung erheblich. Und an frostfreien Wintertagen gießen, gerade bei frisch gepflanzten Hecken. Das klingt widersinnig, rettet aber mehr Kirschlorbeer als jede Winterabdeckung.
Pflegeanleitungen zu den einzelnen Sorten
- Kirschlorbeer 'Genolia' – Standort, Schnitt, Düngung
- Kirschlorbeer 'Herbergii' – Pflege und Schnitt
- Kirschlorbeer 'Ani' – Pflegeanleitung
- Kirschlorbeer 'Etna' – Standort und Winterschutz
- Kirschlorbeer 'Mount Vernon' als Bodendecker
- Portugiesische Lorbeerkirsche – Pflege und Formschnitt
Alle Pflanzen stammen aus eigener Anzucht in unserer Baumschule in Wiesmoor. Wenn du unsicher bist, welche Sorte zu deinem Standort passt, schreib uns – wir beraten seit über 50 Jahren zu genau diesen Fragen.
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