Kategorie: Immergrüne Laubgehölze

Immergrüne Laubgehölze sind der Kompromiss zwischen Nadelgehölz und Laubstrauch: Sie behalten im Winter ihr Blatt, sehen aber nicht nach Koniferenhecke aus. Für Sichtschutz, der das ganze Jahr trägt, führt kaum ein Weg an ihnen vorbei. Der entscheidende Punkt bei allen ist derselbe – und er hat nichts mit Frost zu tun.

Der Fehler, der die meisten immergrünen Pflanzungen kostet

Immergrüne erfrieren selten. Sie vertrocknen, und zwar mitten im Winter. Auch bei Frost geben die Blätter ständig Feuchtigkeit an die Luft ab, doch der gefrorene Boden liefert keinen Nachschub. Fachleute sprechen dabei von Frosttrocknis. Die braunen Blätter im Februar sind fast nie ein Frostschaden, sondern schlicht Durst.

Zwei Konsequenzen: einen windgeschützten Standort wählen, denn Wind beschleunigt die Verdunstung erheblich. Und an frostfreien Wintertagen gießen, besonders bei frisch gepflanzten Gehölzen und bei allem, was im Kübel steht. Das klingt widersinnig, rettet aber mehr Pflanzen als jede Winterabdeckung.

Welche Art für welchen Zweck

Blickdichte Hecke: Kirschlorbeer

Schnellwüchsig, großblättrig, in wenigen Jahren dicht. 'Genolia'® bleibt von Natur aus schlank und ist damit die Wahl an der Grundstücksgrenze, 'Herbergii' wird kompakt und sehr schnittverträglich, 'Etna'® treibt kräftig aus. 'Mount Vernon' fällt aus der Reihe – der bleibt niedrig und wächst in die Breite, ist also ein Bodendecker für Hänge und Baumscheiben, keine Heckenpflanze. Die Portugiesische Lorbeerkirsche hat deutlich kleinere Blätter und ist die erste Wahl, wenn die Hecke streng geschnitten wirken soll.

Buchsbaum-Ersatz und Formschnitt: Ilex

Ilex crenata, die japanische Hülse, kommt dem Buchsbaum optisch am nächsten – gleiches kleines Blatt, gleiche Schnittverträglichkeit, aber zünslerfest. 'Dark Green'® und 'Convexa' für Hecken und Kugeln, 'Glorie Gem' und 'Golden Gem' als kompakte Kleinformen, 'Eden's Paradise'® als neuere, verbesserte Sorte. Wichtig: Ilex crenata mag keinen Kalk und braucht leicht sauren, humosen Boden.

Für höhere Hecken sind die großblättrigen Stechpalmen (Ilex meserveae) wirtschaftlicher, weil man weniger Pflanzen pro Meter braucht. 'Blue Princess'® trägt roten Beerenschmuck, 'Blue Prince'® ist der männliche Befruchter dazu – ohne ihn in der Nähe bleiben die Beeren aus. Der Säulen-Ilex 'Fastigiata' wächst von allein schlank aufrecht.

Farbe im Winter: Glanzmispel und Feuerdorn

Die Glanzmispel (Photinia fraseri) treibt leuchtend rot aus und behält den Effekt bei jedem Neuaustrieb – 'Red Robin' als Hecke, 'Little Red Robin' als kompakte Zwergform, 'Devil's Dream'® mit besonders intensiver Färbung. Der Feuerdorn (Pyracantha) liefert im Herbst massenhaft Beeren in Orange, Gelb oder Rot und ist wegen seiner Dornen eine der wenigen wirklich undurchdringlichen Hecken – nebenbei ein erstklassiger Nistplatz für Vögel.

Halbschatten und Moorbeet: Pieris, Skimmie, Torfmyrte

Das Schattenglöckchen (Pieris japonica) 'Mountain Fire' treibt feuerrot aus und trägt im Frühjahr weiße Blütenglöckchen. Die Blüten-Skimmie und die Torfmyrte (Pernettya) mit ihren auffälligen Beeren gehören ebenfalls in diese Gruppe. Alle drei brauchen sauren, humosen Boden – dieselben Bedingungen wie Rhododendron, sie lassen sich also gut kombinieren.

Fläche statt Hecke

Teppichmispel 'Radicans' und Zwergmispel 'Streibs Findling' decken flach und dicht, das blau blühende Immergrün (Vinca minor) begrünt auch schattige Stellen unter Bäumen, und die Kriechspindel 'Emerald 'n' Gold' bringt gelbbunte Blätter in dunkle Ecken. Alle vier ersetzen Rindenmulch dauerhaft und wachsen sich zu einer geschlossenen Decke zusammen.

Nicht alles hier ist immergrün

In dieser Kategorie stehen auch Hainbuche und Rotbuche. Beide werfen das Laub nicht ab, sondern behalten es vertrocknet und braun bis zum Neuaustrieb im Frühjahr – man nennt das wintergrün oder marzeszent. Als Sichtschutz funktionieren sie im Winter fast so gut wie echte Immergrüne, sehen dabei aber deutlich anders aus. Wer das nicht mag, greift zu Kirschlorbeer oder Ilex.

Alle Pflanzen stammen aus dem Anbaugebiet Ostfriesland. Wenn du unsicher bist, welche Art zu deinem Boden und deiner Windlage passt, schreib uns – wir beraten seit über 50 Jahren zu genau diesen Fragen.