Kategorie: Zwerggehölz

Zwerggehölze sind keine kleingeschnittenen normalen Gehölze, sondern Sorten, die von Natur aus klein bleiben. Das ist der ganze Punkt: Sie brauchen keinen jährlichen Formschnitt, um in Form zu bleiben, weil sie gar nicht erst aus der Form wachsen. Für kleine Gärten, Vorgärten, Kübel, Steingärten und Grabbepflanzungen ist das der entscheidende Unterschied.

Wuchs pro Jahr – die Zahl, auf die es ankommt

Ein normaler Lebensbaum legt 20 bis 30 Zentimeter im Jahr zu. Ein Kugel-Lebensbaum wie 'Danica' schafft drei bis fünf. Nach zehn Jahren steht der eine drei Meter hoch, der andere hat einen halben Meter Durchmesser. Wer für einen kleinen Vorgarten plant, sollte deshalb nicht auf die Endhöhe schauen, sondern auf den Jahreszuwachs – der entscheidet, wie lange die Pflanzung so aussieht, wie du sie angelegt hast.

Kugelig und aufrecht

Kugel-Lebensbäume bilden ihre Form ohne jeden Schnitt: 'Danica' bleibt sattgrün und sehr kompakt, 'Golden Globe' und 'Amber Glow' färben gelb bis bernsteinfarben, besonders im Winter. Der blaue Kugelwacholder 'Blue Star' ist stahlblau und wächst noch langsamer. Die Muschelzypresse (Chamaecyparis obtusa 'Nana Gracilis') bildet gedrehte, muschelartige Triebfächer und ist eines der schönsten Solitär-Zwerggehölze überhaupt – auch als Bonsai-Ausgangsmaterial gefragt.

Flach und flächendeckend

Die Wacholder sind hier die Arbeitspferde. 'Blue Carpet' und der blaue Teppichwacholder decken silbrig-blau, 'Old Gold' und der gelbe Teppichwacholder 'Golden Carpet' bringen Gelbtöne, der grüne Teppichwacholder 'Repanda' und der japanische Kriechwacholder bleiben grün. Der Küsten-Kriechwacholder 'Blue Pacific' verträgt Salz und Wind besonders gut – für Küstenlagen wie hier in Ostfriesland ein echtes Argument.

Alle Kriechwacholder wollen volle Sonne und durchlässigen Boden. Im Schatten verkahlen sie von innen, und Staunässe verzeihen sie nicht.

Kiefern für Steingarten und Kübel

Die Bergkiefer (Pinus mugo) ist das robusteste Zwerggehölz im Sortiment – sie stammt aus dem Hochgebirge und steckt Frost, Wind und magere Böden weg. 'Pumilio' bleibt kompakt und breit, die Krummholzkiefer auch als Solitär, und die Form 'lebende Steine' bildet knubbelige, kompakte Polster. Wer die Kiefer noch dichter haben will, bricht im Frühjahr die neuen hellgrünen Triebe (die sogenannten Kerzen) zur Hälfte aus – nicht schneiden, ausbrechen.

Blühende Zwerge

Nicht alles hier ist Nadelgehölz. Die Zwerg-Spiere blüht im Sommer und liefert zusätzlich Laubfarbe: 'Little Princess' rosa auf grünem Laub, 'Golden Princess' mit gelbem Austrieb, 'Anthony Waterer' dunkelrosa. Der Fünffingerstrauch (Potentilla) blüht von Juni bis in den Oktober fast ununterbrochen – 'Princess' rosa, 'Klondyke' und 'Abbotswood' gelb beziehungsweise weiß, 'Red Ace' orangerot. Beide werden im Frühjahr einfach kräftig zurückgenommen und danken es mit dichterem Wuchs.

Kleines für saure Böden

Preiselbeere und immergrüne Scheinbeere (Gaultheria procumbens) bleiben unter 30 Zentimetern, sind immergrün und tragen auffälligen roten Beerenschmuck bis in den Winter. Beide brauchen sauren, humosen Boden – sie passen also unter Rhododendron, nicht in den Kalkboden. Die japanische Hülse 'Glorie Gem' und 'Golden Gem' sind dagegen die zünslerfeste Antwort auf niedrige Buchsbaum-Einfassungen.

Kübelhaltung

Zwerggehölze sind die naheliegende Wahl für Kübel – mit einer Einschränkung: Im Topf ist der Wurzelballen dem Frost von allen Seiten ausgesetzt, nicht nur von oben. Ein Kübel sollte deshalb im Winter an die Hauswand rücken, auf eine Styroporplatte gestellt und außen mit Vlies oder Jute umwickelt werden. Und an frostfreien Tagen gegossen werden – im Kübel trocknen immergrüne Gehölze noch schneller aus als im Beet.

Alle Pflanzen stammen aus dem Anbaugebiet Ostfriesland. Wenn du für eine bestimmte Fläche oder ein Gefäß planst, schreib uns die Maße – wir beraten seit über 50 Jahren zu genau diesen Fragen.